stramm


stramm

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stramm [ʃtram] <Adj.>:
1. etwas, besonders den Körper, fest umschließend:
die Hose sitzt [zu] stramm; das Gummiband so kurz machen, dass es stramm ist; der Sicherheitsgurt muss stramm sitzen.
Syn.: eng, fest, knapp.
2.
a) kräftig gebaut und gesund, kraftvoll aussehend:
ein strammer Bursche; sie hat ganz schön stramme Waden.
Syn.: athletisch, kräftig, muskulös.
b) mit kraftvoll angespannten Muskeln gerade aufgerichtet:
eine stramme Haltung; stramm gehen, grüßen.
Syn.: aufrecht, gerade.

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strạmm 〈Adj.〉
1. straff gespannt
2. kräftig, gesund (Junge, Mädchen)
3. stattlich u. tüchtig (Soldat)
5. 〈derb〉 betrunken, blau
● \strammen Dienst verrichten; \stramme Haltung annehmen; \strammer/Strammer Max 〈umg.〉 Spiegelei auf einer Scheibe Brot; der Anzug, Gürtel sitzt zu \stramm; \stramm ziehen an einem Gegenstand fest, kräftig ziehen; 〈aber〉 \stramm ziehen = strammziehen [<mnddt. stram „gespannt, steif, aufrecht“; zu germ. *strem-; zu idg. *ster- „starr, steif“]

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strạmm <Adj.> [aus dem Niederd. < mniederd. stram = gespannt, steif, aufrecht, wohl zu starren]:
1. etw., bes. den Körper, fest umschließend; straff:
ein -es Gummiband;
den Gürtel s. ziehen;
das Hemd, die Hose sitzt [zu] s.
2. kräftig gebaut u. gesund, kraftvoll aussehend:
ein -er Junge, ein -es Kind;
einen -en Körper, -e Beine, Waden haben.
3. mit kraftvoll angespannten Muskeln gerade aufgerichtet:
eine -e Haltung annehmen;
eine -e (zackige) Kehrtwendung machen.
4. energisch u. forsch; nicht nachgiebig; streng:
hier herrscht -e Disziplin;
ein -er (ugs.; engagierter u. linientreuer) Marxist;
ein -er (ugs.; strenggläubiger) Katholik;
s. rechts sein.
5. (ugs.) tüchtig; zügig u. ohne zu rasten:
-er (kräftiger u. anhaltender) Applaus;
s. zu tun haben;
s. marschieren.

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Strạmm,
 
August, Schriftsteller, * Münster 29. 7. 1874, ✝ (gefallen) in Polesien (?) 1. 9. 1915; Postbeamter, daneben Studium der Philosophie in Berlin und Halle (Saale), das er 1909 mit der Promotion abschloss. 1914 Postdirektor im Reichspostministerium, dann als Hauptmann der Reserve eingezogen. Nach naturalistischen Anfängen (»Die Bauern«, entstanden 1904-05, Uraufführung 1929) wurde Stramm zum führenden Dichter im expressionistischen Kreis um H. Waldens Zeitschrift »Der Sturm«. Charakteristisch für seine Lyrik ist eine radikale Verdichtung und Transformation der Sprache (das Einzelwort gilt als Kunstwerk); seine an die Pantomime angenäherten, oft ins Kosmische überhöhten Dramen verzichten weitgehend auf Kausalität der Handlung und Individualität der Personen. Stramms Sprachexperimente übten großen Einfluss auf den Dadaismus, aber auch auf die moderne Dichtung (z. B. E. Jandl, G. Rühm, Arno Schmidt) aus.

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strạmm <Adj.> [aus dem Niederd. < mniederd. stram = gespannt, steif, aufrecht, wohl zu ↑starren]: 1. etw., bes. den Körper, fest umschließend; straff: ein -es Gummiband; zumal der Mann gezwungen war, ... sein Luftgewehr mit -eren Druckfedern zu bestücken (H. Gerlach, Demission 80); den Gürtel s. ziehen; das Hemd, die Hose sitzt [zu] s.; Das heißt, dass der Gurt s. am Körper anliegen muss (ADAC-Motorwelt 10, 1986, 5); Bei zu s. aufgepumpten Reifen ... (NNN 3. 11. 87, 3). 2. kräftig gebaut u. gesund, kraftvoll aussehend: ein -er Junge, ein -es Kind; einen -en Körper, -e Beine, Waden haben; Ü Schnecken lieben schlaffe Setzlinge. Stramme Keimlinge ... mögen sie weniger (natur 3, 1991, 83). 3. mit kraftvoll angespannten Muskeln gerade aufgerichtet: eine -e Haltung annehmen; statt des -en Auftretens schlenderten diese Uniformierten gemächlich dahin (Kühn, Zeit 284); sie hält sich s.; Und wirklich meldete sich nach einer kurzen Weile, s. vor dem russischen Offizier salutierend, ... ein Hauptwachtmeister (Heym, Schwarzenberg 178); eine -e (zackige) Kehrtwendung machen. 4. energisch u. forsch; nicht nachgiebig; streng: hier herrscht -e Disziplin; ... wenn er s. mit den Rekruten war (Remarque, Westen 25); Nebiker folgt jetzt s. der konservativen SVP-Hauptlinie (Tages Anzeiger 3. 12. 91, 2); Für Heinrich ist jeder ein Kommunist, der nicht s. rechts ist (Remarque, Obelisk 265); ein -er (ugs.; engagierter u. linientreuer) Marxist; Der -en (energischen u. linientreuen) Rede des ZK-Sekretärs Kulakow folgten revolutionäre Chöre (Welt 8. 11. 76, 1); ein -er (ugs.; strenggläubiger) Katholik. 5. (ugs.) tüchtig; zügig u. ohne zu rasten: sie erhielt -en (kräftigen u. anhaltenden) Applaus; s. zu tun haben; Gebummelt wird nicht, sondern s. marschiert! (ADAC-Motorwelt 7, 1979, 42); Trotz alledem wird s. gearbeitet am Mexikoring (Kieler Nachrichten 30. 8. 84, 3); Bis München hab ich noch zwölf Stunden s. zu fahren (Prodöhl, Tod 218).

Universal-Lexikon. 2012.

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